Intersolar Europe 2026: Drei Tage München, ein Kopf voller Ideen
Es gibt Messen, von denen man mit ein paar Visitenkarten und einem Goodie-Bag nach Hause fährt. Und es gibt die Intersolar Europe.
Drei Tage Messe München, vier parallele Fachmessen unter dem Dach von The smarter E Europe, und eine Branche, die spürbar unter Strom steht. Wir von Ossler Solar waren in diesem Jahr als Besucher vor Ort. Und ehrlich gesagt sind wir mit deutlich mehr zurückgekommen, als in eine Tasche passt.
Dieser Beitrag ist unser Rückblick. Keine Hochglanz-Bilanz, sondern das, was wir tatsächlich gesehen, gehört und mitgenommen haben.
01Warum die Intersolar kein gewöhnlicher Messetermin ist
Die Zahlen ordnen das Ganze ein. Seit 1991 ist die Intersolar Europe der Taktgeber der europäischen Solarbranche, und 2026 lief sie zum ersten Mal von Dienstag bis Donnerstag statt wie gewohnt ab Montag. Eine kleine organisatorische Änderung mit großer Wirkung, vor allem für kleinere Installations- und EPC-Betriebe, für die eine ganze Arbeitswoche rund um die Messe schlicht teuer ist.
Für uns als Projektentwickler im Bereich Agri-PV, Mieterstrom und BESS-Co-Location ist die Intersolar weniger ein Schaufenster als ein Marktplatz für Gespräche. Module anschauen kann man online. Was man online nicht bekommt, ist der zufällige Austausch am Stand, das ehrliche „Wie läuft das bei euch eigentlich wirklich?“, und der Handschlag, der ein Projekt ins Rollen bringt.
02Tag eins: rein ins Getümmel
Drinnen dann das volle Programm: tausende Menschen, ein Stimmengewirr in gefühlt jeder europäischen Sprache, und überall Technik, die noch vor wenigen Jahren wie Zukunftsmusik geklungen hätte. Die zentrale Halle mit ihrem geschwungenen Glasdach und der großen Anzeigetafel fühlt sich eher wie ein internationaler Flughafen an als wie eine Messe.
03Was uns inhaltlich bewegt hat
Wenn man die Stände abläuft, lassen sich ein paar klare Linien erkennen, die auch für unsere Arbeit unmittelbar relevant sind.
Speicher überall. BESS war 2026 kein Nischenthema mehr, sondern Hauptdarsteller. Am Stand von Enerfin etwa stand der Lynus BESS Cube 2.0 mit 835 kWh und 500 kW im Mittelpunkt, kombiniert mit dem, was uns als Projektentwickler besonders interessiert: Kapital, Speicher und Vermarktung aus einer Hand.
KI und Handel rücken zusammen. Bei PowereX drehte sich alles um KI-gestütztes Energiemanagement und Trading. Bei PV-Twin Energy ging es um digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder realer Anlagen, mit denen sich Betrieb und Netzverhalten simulieren lassen. Wer Direktvermarktung und Flexibilität ernst nimmt, kommt an diesen Werkzeugen nicht mehr vorbei.
Geld für die Energiewende. Am Stand der UmweltBank brachte ein Claim das Spannungsfeld der ganzen Branche auf den Punkt: „Grünes Geld für Ihr Projekt & Power für die Energiewende.“ Finanzierung ist der oft unterschätzte Engpass jeder Projektentwicklung.
Module, die Rekorde jagen. Auf der Hardware-Seite lieferten sich die Hersteller das übliche Effizienz-Wettrennen. Runergy etwa warb prominent mit einem Wirkungsgrad von 26,9 Prozent, und an den HJT-Modulwänden konnte man bestaunen, wohin die technologische Reise geht.
04Die Begegnungen, die hängen bleiben
So spannend die Technik ist: Am Ende sind es die Menschen, die so einen Messebesuch ausmachen.
Ein echtes Highlight war der Austausch von Sven mit Dr. Joachim Blum von Smart Solar Technologies, vor einer beeindruckenden Modulwand und mit einem Handschlag, der für mehr stehen könnte. Bei den Young Innovators trafen Sven und Lion auf Dr. Fabio Oldenburg von dvlp energy, genau die Art junger, technologiegetriebener Unternehmen, die der Branche frischen Wind geben.
Tobias und Patryk kamen mit dem Team von Powernaut am Stand von Wattlake ins Gespräch. Und beim entspannten Kaffee draußen in der Sonne hatten wir einen richtig guten Austausch mit Dr. Karsten Schulte von Kraftwerk Renewable Power Solutions.
Patryk hat den Spirit der Messe ohnehin am besten verkörpert: mit ausgebreiteten Armen vor einer großen Agri-PV-Trackeranlage (inklusive der obligatorischen Deko-Schafe darunter) und stolz mit dem eigenen Besucherausweis in der Hand. Manchmal sagt ein Foto mehr als drei Absätze Marktanalyse.
05Und dann war da noch der Roboter
Kein Intersolar-Rückblick ohne das eine Bild, das man so nicht erwartet hat. An einem der Stände lief tatsächlich ein humanoider Roboter umher, mitten zwischen Wechselrichtern und Speichern. Ein kleiner Moment Science-Fiction im Messealltag, und ein netter Hinweis darauf, dass die Energiewelt von morgen nicht nur aus Modulen besteht, sondern aus Automatisierung, Daten und ein bisschen Show.
06Unser Fazit
Die Intersolar 2026 hat bestätigt, was wir bei Ossler Solar ohnehin täglich erleben: Agri-PV, Mieterstrom und Speicher wachsen zusammen, und genau an dieser Schnittstelle wollen wir unsere Projekte vorantreiben.
Wir fahren mit vollen Notizbüchern, neuen Kontakten und jeder Menge Tatendrang zurück nach Berlin. Danke an alle, die sich Zeit für ein Gespräch genommen haben. Man sieht sich, spätestens bei der nächsten Intersolar.
Quellen & weiterführende Informationen
- Intersolar Europe, offizielle Quick Facts 2026: intersolar.de/exhibition-quick-facts
- The smarter E Europe, die vier parallelen Fachmessen: intersolar.de
- Besucher- und Ausstellerzahlen: tradefairdates.com
- EPC-Überblick zu Schwerpunktthemen 2026: reslink.org
Die genannten Produkt- und Leistungsdaten (z. B. Wirkungsgrade, Speicherkapazitäten) geben die Angaben der jeweiligen Aussteller am Messestand wieder und wurden von uns nicht unabhängig überprüft.
